Schubart Gymnasium Aalen
Partnerschule für Europa
+ Am meisten Sorgen macht ihm das Essen in der zukünftigen Schul-Cafeteria. + Seit dem Schuljahr 2004/05 ist das Schubart-Gymnasium eine Ganztagesschule.+ Der Schulleiter Herr Eggstein hat sich dazu in einem Interview geäußert, das im Folgenden zu lesen ist. +
Marvin: Seit dem Schuljahr 2004/05 ist das Schubart-Gymnasium Aalen Ganztagesschule. Was bedeutet das?
Eggstein: Das bedeutet, dass die Schüler vermehrt am Nachmittag an der Schule sein werden. Konkret heißt das bei uns: Es gibt an vier Nachmittagen Unterricht oder freiwillige ergänzende Angebote. In der Regel ist zweimal Unterricht, am dritten Nachmittag werden Arbeitsgemeinschaften angeboten und am vierten eine Schülerbetreuung. Diese und die AG's sind freiwillig. Die Schülerbetreuung kann Spielmöglichkeiten wie auch Hausaufgabenbetreuung bedeuten. Um genau zu sein: Das SG ist eine Ganztagesschule in offener Form, d.h. die Nachmittags-Zusatzangebote sind freiwillig.
Marvin: Welche änderungen gibt es im baulichen und organisatorischen Bereich? Das SG soll ja, wie man hört, eine professionell geführte Schul-Cafeteria erhalten.
Eggstein: Ja, neben dem Pavillon wird eine Schul-Cafeteria gebaut. Diese soll Ende des Schuljahres 2005/06 fertiggestellt sein. Außerdem müssen im Untergeschoss weitere Räume zur Verfügung gestellt werden. Wir brauchen diese für das selbstständige Erledigen von Hausaufgaben und für die Hausaufgaben-Betreuung. Auch an ein größeres Spielezimmer und eine neue Schülerbücherei mit Internet-Anschluss ist gedacht. All dies muss durch die Gesamtlehrerkonferenz demnächst beschlossen werden. Was nun den organisatorischen Bereich betrifft: Wir gehen davon aus, dass die Schüler an 3 bis 4 Tagen bis jeweils 16 Uhr an der Schule sind. Die Angebote, welche wir ihnen zur Verfügung stellen, habe ich bereits genannt. Außerdem wollen wir ab 2006 die Mittagspause auf eineinhalb Stunden verlängern. Im Augenblick ist sie zu kurz. Dreißig Minuten sollen für das Essen und eine Stunde für Arbeit oder Entspannung verwendet werden. Was ebenfalls zu bedenken ist: Die Schulbusse müssen jetzt auch nach der 8. Stunde die Schule anfahren. Bisher ist das nur am Morgen und mittags geschehen. Ganz wichtig: Wir benötigen für die Zusatzangebote mehr Personal als bisher. Lehrer müssen zum Beispiel für die Mittagsaufsicht herangezogen werden. Wie das ohne zusätzliche Stunden bewerkstelligt werden kann, ist noch nicht ganz klar. Wir denken wir etwa an einen Ausgleich über Deputatsstunden. Vielleicht genügen aber auch Stichproben-Aufsichten. Das ist abhängig von der Anzahl der zu betreuenden Schüler. Eltern oder ältere Schüler können entweder ehrenamtlich - z.B. die SMV bei der Ausgabe von Spielgeräten - oder gegen einen Unkostenbeitrag beschäftigt werden. Diesen müssen die betreuten Schüler bezahlen. In einer Probephase, die bereits in diesem Schuljahr angelaufen ist, wird für die Hausaufgaben-Betreuung in Kleingruppen 1 Euro pro Stunde bezahlt. Für die Betreuung von Fünfer-Gruppen erhält der Betreuer dann also 5 Euro.
Marvin: Was waren die Gründe für die Einführung der Ganztagesschule allgemein und am SG speziell?
Eggstein: Seit dem Schuljahr 2004/05 gibt es in ganz Baden-Württemberg das 8-jährige Gymnasium. Aus diesem Grund und auch weil häufig beide Elternteile berufstätig sind, muss mit höheren Schülerzahlen am Nachmittag gerechnet werden. Im Allgemeinen sind 2 bis 3 Nachmittage Unterricht nötig. Die Initiative für die Ganztagesschule ging vom Bund aus, der 90% der Finanzierung trägt. Den Rest bezahlt die Stadt, welche gemeinsam mit der Schule auch für die Durchführung verantwortlich ist. Die Finanzierung durch den Bund läuft über das IZBB (Investitionsprogramm des Bundes für Zukunft und Bildung). Die Stadt Aalen beantragte dort im März 2004 für alle drei Aalener Gymnasien eine Aufnahme in das Finanzierungsprogramm. Im Juli 2004 fiel dann die Entscheidung für das Schubart-Gymnasium. Warum ausgerechnet das SG ausgewählt wurde, haben wir bisher nicht in Erfahrung bringen können.
Marvin: Welche Probleme erwarten Sie im Zusammenhang mit den doch sehr einschneidenden Veränderungen? Was macht Ihnen die meisten Sorgen?
Eggstein: Die meisten Sorgen macht mir die Nutzung der Cafeteria. Ein gutes Essen ist die Voraussetzung für den Erfolg der Programmteile an unserer Schule. Das heißt, wenn das Essen schmeckt, werden die Schüler auch am Nachmittag an der Schule bleiben. Die Hausaufgaben-Betreuung hat, wie schon erwähnt, bereits begonnen, und zwar im November 2004. über 40 Schüler waren daran interessiert als Betreuer zu arbeiten, von Elternseite waren es nur drei. Die betroffenen Nachmittage sind Dienstag und Donnerstag von 13.10 Uhr bis 13.55 Uhr sowie Mittwoch von 14 Uhr bis 15.35 Uhr. Im Augenblick werden insgesamt 35 Schüler in sieben Gruppen betreut. Das ist noch zu wenig, aber wir gehen davon aus, dass wir mehr Interessenten finden, wenn erst die Cafeteria fertiggestellt ist. Auch ist ja zur Zeit die Mittagspause noch zu kurz.
Marvin: Welche Chancen sehen Sie für das SG in dieser neuen Form? Ist unsere Schule jetzt konkurrenzlos unter den Aalener Gymnasien?
Eggstein: Ich glaube nicht, dass das SG in dieser Form eine besondere Stellung in Aalen hat. Es ist darum nicht eine bessere Schule als die anderen beiden Gymnasien. Aber was man ganz klar sehen muss: Unsere Schule hat jetzt die passenden Strukturen für die Rahmenbedingungen eines achtjährigen Gymnasiums.
Marvin: Herr Eggstein, vielen Dank für das Gespräch und viel Glück für die kommenden Jahre.