Schubart Gymnasium Aalen

Partnerschule für Europa


Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 - 1791)

C. F. D. Schubart

Die Fürstengruft

Da liegen sie, die stolzen Fürstentrümmer,
Ehmals die Götzen ihrer Welt!
Da liegen sie, vom fürchterlichen Schimmer
Des blassen Tags erhellt!

Die alten Särge leuchten in der dunklen
Verwesungsgruft, wie faules Holz,
Wie matt die großen Silberschilde funklen!
Der Fürsten letzter Stolz.

Entsetzen packt den Wandrer hier am Haare, 
Gießt Schauer über seine Haut, 
Wo Eitelkeit, gelehnt an eine Bahre, 
Aus hohlen Augen schaut...


           Christian Friedrich Daniel Schubart Curriculum Vitae


1739       26. März: Schubart wird in Obersontheim als Sohn eines Pfarrvikars und Kantors
           geboren
1740       Familie nach Aalen
1753-56    Besuch des Gymnasiums in Nördlingen
1756       Schule  in Nürnberg
1758       Oktober: Beginn des Theologiestudiums in Erlangen. Im Schuldgefängnis
1760       Frühjahr: Zurück nach Aalen, Unterstützung des Vaters als Kantor und Prediger, auch
           Hauslehrer in Königsbronn
1763       Oktober: Lehrer in Geislingen
1764       10. Januar: Eheschließung mit Helene Bühler
1766       Die Baadcur, Gedichte
1767       Todesgesänge, Gedichte
1769       Nach Ludwigsburg als Organist und Musikdirektor, Tätigkeit als Musiklehrer
1773       Entlassung aus dem Dienst und Landesverweisung wegen Ehebruchs am 21. Mai durch
           Herzog Karl Eugen von Württemberg.
1773/74    In Heilbronn, Mannheim, Heidelberg, Schwetzingen, München.
           Erster Schlaganfall .
1774       31. März: Gründung der Deutschen Chronik in Augsburg.
           2. Mai: Nach dem Verbot in Augsburg erscheint das Blatt in Ulm.
1775       Neujahrsschilde in Versen, Gedichte
           Ausweisung aus Augsburg, Übersiedlung nach Ulm.
           Leben Klemens XIV., Römischen Papsts, Biographie
1776       1. Juni: Leben des Freiyherrn von Ickstadt, Churfürstl. Bairischen Geheimden Raths,
           Biographie
1777       23. Januar: Entführung durch Klosteroberamtmann Scholl aus Blaubeuren auf Befehl Karl
           Eugens, ins Gefängnis auf dem Hohenasperg bei Ludwigsburg .
1778       26. Juni: Besuch Johann Kaspar Lavaters und des Pfarrers und Schriftstellers
           Philipp Matthäus Hahn.
           Beginn der Arbeit an Leben und Gesinnungen
1781       Besuch Schillers
           Die Chronik stellt ihr Erscheinen ein.
1785       Gedichte aus dem Kerker
           Sämtliche Gedichte
1786       Friedrich der Große. Ein Hymnus
1787       11. Mai: Entlassung aus der Haft.
           Anstellung als Theaterdirektor und Hofdichter in Stuttgart.
           Juli: Fortsetzung der Chronik als Schubarts Vaterländische Chronik.
1788       Franz von der Trenck, Pandurenobrist, Biographie
1789       Neujahrswünsche für das Jahr 1790, Gedichte
1791       Leben und Gesinnungen
           10. Oktober: Schubart stirbt am Schleimfieber.
1793       Die Chronik stellt endgültig ihr Erscheinen ein.

Der Gefangene

Gefangner Mann, ein armer Mann!
Durchs schwarze Eisengitter
Starr' ich den fernen Himmel an,
Und wein' und seufze bitter.

Die Sonne, sonst so hell und rund,
Schaut trüb auf mich herunter;
Und kömmt die braune Abendstund,
So geht sie blutig unter.

Mir ist der Mond so gelb, so bleich,
Er wallt im Witwenschleier;
Die Sterne mir - sind Fackeln gleich
Bei einer Totenfeier...

Brandteweinlied eines Schusters

O Fläscherl, hübsch und fein,
Gefüllt mit Brandtewein!
Du bist des Wursterls Freude,
Bist seine Schnabelwaide.
Gluk gluk, gluk gluk, gluk
Gluk, gluk ---
O goldner Brandtewein,
Wie süß schlüpfst du hinein!
...

Die Forelle

In einem Bächlein helle,
Da schoß in froher Eil
Die launische Forelle
Vorüber wie ein Pfeil.
Ich stand an dem Gestade,
Und sah in süßer Ruh
Des muntern Fisches Bade
Im klaren Bächlein zu...



Kurze Kommentare zur Illustrierung des Lebens Schubarts:



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